Wochenend und…

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….. ja, was denn nur? Meine Wochenenden sind überwiegend kürzer als üblich, samstags früh um halb 7  klingelt der Wecker und ruft  mich an die Arbeit. Kurz wie sie demnach sind entfalten meine Wochenenden doch einen wunderbaren Zauber.

Unterwegs mit „Fortuna“, haben wir schon etliche feine Frühstücks-Varianten getestet und erlebt, durchaus auch mal unter der Woche. Unseren bislang unübertroffenen Höhepunkt erlebten wir hier– ein Extra-Dank an Sabine für die Empfehlung. Kaffee aus großen Kannen der nach Frankreich schmeckte; dampfende Milch aus traditionellen Elsäßer Keramik-Kannen; und die Krönung- Guglhupf oder Kougelhopf. Ein luftiges Gebilde von imposanter Größe, die Scheiben durfte man sich selber abschneiden, kaum süß so dass Herr B. sogar Leberwurst als Belag wählte und sehr zufrieden war.

Also war ganz klar, über kurz oder lang sollte auch einmal im Hause B. eine solche Köstlichkeit auf dem Frühstückstisch in Erscheinung treten. Da kommt der Aufruf zum BBD, dem monatlichen Brotbacken in  Blogistan, grade recht- Lieblingsbrote zum Wochenende sind gewünscht.

Zunächst ging ein Studium verschiedenster Rezept-Quellen voraus, bis ich meine eigene Vorgehensweise, angepaßt an die zeitlichen Möglichkeiten, gefunden hatte.

Rechtzeitig anfangen heißt die Devise, durch den hohen Anteil an Butter hat die Hefe eine schwierige Aufgabe- und ich wollte ja keine Unmengen davon verwenden.

Zunächst rühre man also einen Vorteig aus 100g Mehl- stilecht Typ 55 aus dem Elsaß übrigens- 100g Milch und 1 g Trockenhefe. Mir schien die Zugabe von Lievito Madre wünschenswert, und so wurde diese zeitgleich aufgefrischt.

Und- ganz wichtig! lege man zu diesem Zeitpunkt 200g Rosinen in Kirschwasser ein. Es kann auch keinesfalls schaden die Butter bereits aus dem Kühlschrank zu nehmen.

Hat sich der Vorteig nach 3-4 Stunden in der Wärme erfreulich entwickelt ist es Zeit fortzufahren. Hierfür wird eine zweite Schüssel benötigt, darin rühre man 200g Butter mit 75g Zucker und 10g Salz schaumig.

Nun füge man dem Vorteig hinzu: 400g Mehl, 3 Eier, abgeriebene Schale einer Zitrone- dies hab ich mir als künstlerische Freiheit erlaubt-  sowie einen guter El Lievito Madre und lasse die Maschine kräftig rühren, falls notwendig kann noch ein Schuß  Milch hinzugefügt werden. Hat sich das alles zu einer homogenen Masse zusammengefügt gebe man die schaumige Butter-Zucker-Mischung hinzu und lasse rühren….. das kann dauern. 12 min Stufe 1 und dann noch 5 min Stufe 2 bei meiner Kenwood.

So, und nachdem ich dies nun geschafft habe lese ich bei Dietmar, wie eine Butterzugabe optimal erfolgen soll- da hab ich so ziemlich alles falsch gemacht. Hoffen wir mal dass der Teig das nicht weiß…..

Den entstandenen Teig lasse man ungefähr eine Stunde im Warmen angehen, daran schließt sich ein Kühlschrankaufenthalt von etlichen Stunden an- jenachdem was der Zeitplan so erlaubt. Ich konnte nach neun Stunden einen Blick in den Kühlschrank werfen und fand einen nahezu unveränderten Teig-Kloß vor, diesem habe ich dann den Rest der Geh-Zeit- nochmal ungefähr so lange- eine etwas wärmere Temperatur gegönnt, so 18°C. Und siehe da, er hatte sich sehr erfreulich entwickelt.

Nun bereite man die Backform vor- ich wählte meinen größten Hupf- , fette diese gründlich ein und lege in jede Mulde eine Mandel.

Die nächste durchaus anspruchsvolle Aufgabe- die eingeweichten Rosinen in  den Teig kriegen- ich hab sie einfach obenauf gekippt und den Teig mehrmals mit leicht bemehlten Händen sanft gefaltet. Zu einer dicken Wurst geformt bugsierte ich den Teig in die Form- für eine neuerliche Geh-Zeit, im Sonnenschein auf der Terrasse. Geduld, Geduld… bis der Teig einigermaßen Volumen gewonnen hat dauert eine ganze Weile.

Sobald ersichtlich eine Vergrößerung eingetreten ist empfiehlt es sich den Backofen vorzuheizen, auf 180°C Ober-Unter-Hitze- bei mir mit Backstein. Backzeit 40 min. Und dann nochmal 5 im ausgeschalteten Ofen.

 

Ganz mithalten was Größe und Luftigkeit angeht kann er zwar nicht, wir fanden ihn dennoch durchaus konkurrenzwürdig.

So, und wann kommt jetzt das nächste Wochenende um die Ecke?

Hard Facts

Vorteig: 100g Mehl (Typ 550 oder T55) ; 100g Milch, 1g Trockenhefe

200g Rosinen, ca 60 g Kirschwasser, Eau de Vie oder Rum

Hauptteig: Vorteig; 400g Mehl (s.o.) ; 3 Eier, Schale von 1 Zitrone; 1 El (ca 50g) LM

Extra: 200g Butter; 75g Zucker, 10g Salz

Mehr Extra: ganze Mandeln für die Form

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23 Gedanken zu „Wochenend und…

  1. Ein Hupf mit Livietro Madre! Eine wunderbare Idee.
    Und ich bewundere dich, du fleißige Biene, dass du bei deinem engen Zeitplan noch Zeit zum Kochen und Backen findest!

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    1. hab leider nix zum Haupt-Teig aufgeschrieben und kann es also garnichtmehr mit 100% Sicherheit sagen. Da ich ja den Artikel fortlaufend schrieb denke ich aber tatsächlich dass ich keine zusätzliche Hafe mehr zugegeben habe- dafür eben 18 Stunden Geh-Zeit und dann nochmal in der Form bestimmt 90 min.

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  2. Gugelhupf! Und dann noch mit Mehl aus dem Herkunftsland. Herrlich. Ich muss auch mal wieder. Und jetzt muss ich mir fix meinen Sohn zu Hilfe holen, ich brauche eine zusätzliche Hand, um den LM aufzufrischen. Nicht, dass der mir noch kaputt geht…

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  3. WoW …. hab ich es nicht gerade noch „gesagt“ … bei MIR wird die Zeit knapp, WAS das Backen betrifft… menno …. ICH sollte mal Prioritäten setzen!!!
    DAS ist ja vielleicht eine tolle Idee mit den Mandeln….

    Liebe (nach Kuchen hungrige) Grüße!
    Katja

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    1. Na, was ein ordentlicher Hupf ist der was auf sich hält, der trägt Mandel!
      Und backen, mich entspannt das wunderbar und verschafft mir Zufriedenheit. Was bin ich froh Abnehmerinnen zu haben- was täte ich ohne meine Kolleginnen?

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    1. Ich wünsche guten Erfolg! Ein wenig werd ich noch schrauben an dem Rezept; vor Allem an der Butterzugabe. Habe gelesen es sei besser die kalte Butter in kleinen Stücken unterzukneten….

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