Reisen bildet

Die beste Bildung findet der Mensch auf Reisen.

Der dies gesagt hat war ein weiser Mensch, ein Universalgelehrter- sowas gab es noch, damals, zu Goethes Zeiten. Das Reisen war  damals wahrhaft eine abenteuerliche Angelegenheit, zitierter Goethe hat davon  berichtet und auch Mark Twain ließ sich nicht schrecken und unternahm viele ausgedehnte Reisen um darüber in höchst unterhaltsamer Art und Weise darüber zu berichten.

Heutzutage haben wirs einfacher,  der Zweck des Reisens besteht eher darin den Alltag hinter sich zu lassen, zu entspannen, Bildung steht dabei nicht gerade an erster Stelle. Dennoch kann, gänzlich unbeabsichtigt, eine angetretene Reise zur Kunstreise werden, und dies bereits wenige Kilometer von der Haustüre entfernt, Fortuna machts möglich. Darf ich vorstellen:

Fortuna
Fortuna

Mit der ungefähren Idee im Verlauf einer Woche bayerische Seen zu besuchen stiegen wir ein und fuhren los. Und trafen – auf Umwegen, auf denen uns ein Ochs am Spieß begegnete- unweit der Heimat auf Des_Esels_Schatten.  Ein – wie könnte es anders sein- umstrittenes Kunstwerk des Bodensee- Künstlers Peter Lenk. Scharf bremsen, aus dem Gefährt hopsen und Fotos schießen, keine Frage dass wir das getan haben.

In logischer Konsequenz wählten wir als erstes Seen-Ziel den Bodensee. Ein bayerisches Stück hat der zwar, was uns nicht gehindert hat Überlingen für die erste Etappe auszusuchen. Schließlich gibt es dort mit dem Bodenseereiter ein weiteres Kunstwerk besagten Peter Lenks zu bestaunen. Und noch ein dicker Pluspunkt beeinflußte diese Entscheidung, führt die Route doch am Hirschen in Ostrach vorbei, eins meiner Lieblings-Lokale, da hat uns Fortuna schon des Öfteren anhalten und gar vorzüglich speisen lassen.

Nachdem wir in Überlingen genug gestaunt hatten bestiegen wir  unsre Fortuna und setzten die Reise fort- am Bodensee entlang Richtung Bayern. Auf dem Weg liegt Hagnau. Dort könnte man doch bestimmt einen ordentlichen Sekt erstehen? Also ab von der Bundes-Straße und rein in den Ort, den Wegweisern in Richtung Winzerverein folgend. Stießen wir auf- na, was glaubt ihr? Zwei Lenk-Figuren, die vor der Praxis eines Arztes wohl auf ihren Termin warten.

Auch ohne Termin erfuhren wir Wissenswertes – erstens über eine weitere Lenk-Figur, den Dorfheiligen, über Hagnau gelegen,

und zweitens wo es den besten Sekt und Wein in Hagnau gibt. Fortuna fand auch diese beiden Locations; zudem lieferte uns der Weinverkauf das Ziel des zweiten Reisetages, nämlich das Strandhaus in Lindau. Fortuna, wie könnte es anders sein, bescherte uns einen Tisch in dem eigentlich ausverkauften Lokal. Und ihr seht schon, Reisen mit der Fortuna gestaltet sich sehr genüßlich…

Der nächste Tag führte uns durch Kuh- und Käseland, ganz prima immer einen Kühlschrank dabei zu haben, genauso wie die Möglichkeit jederzeit und überall eine Vesperpause einzulegen.

Der Abend fand uns dann im Kloster Andechs, kulinarisch und künstlerisch immer einen Besuch wert. Wetter zum Draußensitzen- da schmecken die bayrischen Schmankerl nochmal deutlich besser. Und auch ich als Nicht-Biertrinkerin hab mit Apfelschorle mit einem Schuß Weißbier ein dem Ambiente angemessenes Getränk gefunden. Kloster Andechs darf durchaus auch ein zweites Mal angesteuert werden, ein Spaziergang am Ammersee rundet den Tag ab. Die kurze Entfernung zum Starnberger See trauen wir uns noch vor Einbruch der Nacht zu, um am nächsten Morgen mit Trubel um Filmaufnahmen überrascht zu werden.

Noch größer die Überraschung als wir bei einem morgendlichen Spaziergang auf den Wegweiser Buchheim Museum stoßen. Das können wir uns keinesfalls entgehen lassen! Lothar Günther Buchheim gab nicht nur seinen Namen sondern auch seine gesammelten Kunstschätze für dieses Museum in der Nähe seines Wohnorts. Beeindruckend schon von außen- sowohl das  Gebäude wie auch die bereits über das Gelände verstreute Kunst.

Viel Zeit läßt sich dort verbringen, große und kleine Kunstwerke bestaunen und vieles aus dem Leben Buchheims erfahren, auch Fans von Das Boot werden nicht enttäuscht.

Danach waren wir dann wirklich gesättigt mit Kunst, erjagten bei der weiteren Umrundung des Sees frisch gefischte teils geräucherte Renken, ein Genuß, und ließen den Tag bei einem wunderbaren Essen im Oskar-Maria-Graf-Stüberl ausklingen.

Gesättigt- von Kunst und guten Speisen gleichermaßen- machten wir uns am nächsten Tag auf nachhause, um die Woche mit ein paar ruhigen Stunden ausklingen zu lassen und die vielen Eindrücke zu verdauen.

Die beste Bildung findet der Mensch auf Reisen, wie wahr!

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14 Gedanken zu „Reisen bildet

    1. Zuviel Kunst geht auch bei mir nicht, und in Museen oder Galerien gehe ich am Liebsten mit einer Führung- man schaut ganz anders hin, dafür nur gezielt Ausgewähltes. Einfach so zu gucken überfordert die Sinne- also meine wenigstens.
      Die Tour war wirklich schön, – wir tasten uns so peu a peu an das Wohnmobilisten-Dasein heran.

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  1. Wunderschöne Gegend! Reisen bildet wirklich. Immer. Und auch in der Nähe, das teste ich auch immer gerne aus, es ist super, in welch interessantem Land wir leben.

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  2. Reisen ist noch wunderbarer als Kochen! Sagt eine Foodbloggerin auf Abwegen. 😉
    Früher waren wir auch immer mit Wohnmobil unterwegs und haben es immer sehr genossen. Mit Hund(en) war das die optimale Art zu reisen.
    Danke, dass du uns mitgenommen hast!

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    1. Reisen gehört zu den Hochgenüssen des Lebens, keine Frage! WoMo ist relativ neu für uns, und voller Entdeckungen… und nicht unsre einzige Art zu reines. Wenn ich dann von einer Reise zurückkomme freu ich mich auf meine Küche…

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