Kennst du das Land

wo die Zitronen blühn?

Damals fanden in Italien die blühenden Zitronen ihren Weg in Dichters Herz.

Letzte Woche fanden Amalfi-Zitronen ihren Weg in meine Einkaufstasche. Entdeckt in den von mir so geschätzten Stuttgarter Markthalle. So oft komme ich da nicht hin, was dann dazu führt dass bin ich einmal dort sich meine Barbestände rapide davonmachen…. so viele Köstlichkeiten denen ich nur ganz schwer widerstehen kann. Alle nur denkbaren Obst- und Gemüsesorten, Kräuter, Gewürze, Wild, schwäbisch-hällisches Schwein, Wild, Import-Spezialitäten aus Griechenland, der Türkei, Ungarn, Spanien, dem Balkan, und aus Italien, natürlich. Ich stand schon an der Kasse und war am Bezahlen, als mein Blick auf diese Seltenheit fiel- einen Weidenkorb voller Amalfi-Zitronen. Vincent Klink fiel mir ein, der ebenda in der Markthalle seine ersten Amalfi-Zitronen erstanden und sehr anschaulich darüber berichtet hat. Also, die mußten mit und große Teile meines Hirns waren für den Rest der Woche damit beschäftigt zu überlegen wie ich diese Besonderheit würdig auf den Tisch bringen könnte.

Ein zitroniger Kuchen mußte her, keine Frage. Mangels Ricotta schied die erste Idee aus, Ricotta-Mandel-Kuchen den ich auch schonmal mit echten Mandarinen verfeinert hatte siehe hier.

Also mußte mein geliebter Hefeteig wieder herhalten, die Idee war ein Zupf-Schuedi, auch bekannt als Pull-Apart-Bread, gefüllt mit Lemon Curd.

Man nehme

50g Mehl Typ 550, mische dies mit

50ml Milch

1 g Trockenhefe

und lasse diesen Vorteig eine gute Stunde in Ruhe.

Weiterhin rühre man

10g Mehl (typ 550) mit

50 ml Milch

glatt und erhitze das Ganze bis es verkleistert.

Nun wird es Zeit sich des Lemon Curds anzunehmen.

Man reibe die Schalen von

1-2 Zitronen ab und presse den Saft aus- 125 ml Saft werden benötigt. Beim Format meiner Zitronen reichte eine…

Diesen Saft mische man mit

200g Zucker

100g Butter

der abgeriebenen Zitronenschale

erwärme die Mischung bis sich Zucker und Butter aufgelöst haben. In der Zwischenzeit verquirle man

2 Eier

gebe den Eiern ein paar Esslöffel der Zitronensaft-Mischung zu, rühre gut um und leere die Eiermischung in den Topf zur Zitronensaft-Mischung. Rühren, rühren, rühren, bis es kocht – vorsichtig hochheizen damit nichts gerinnt. Wenn die Mischung anfängt zu kochen langsam bis 30 zählen (Tipp von hier) ,

vom Feuer nehmen und und unter gelegentlichem Umrühren kalt werden lassen.

Hat der Vorteig von oben sich etwas entwickelt nehme man diesen, füge das Kochstück hinzu sowie

30g Zucker

100g Mehl Typ 55o

190g Dinkel-Dunst (oder typ 550)

1 g Trockenhefe

1 Ei

30 ml Rapsöl

1 Prise Salz

100g Milch

1 El Lievito Madre

und rühre bis sich ein glatter Teig entwickelt. Mangels Küchenmaschine nur mit Handrührgerät war die Konsistenz meines Teig recht weich und klebrig was eine gewisse Herausforderung bei der weiteren Verarbeitung darstellte, und es war die Mühe wert!

Man bereite gelegentlich eine Kastenform vor indem man sie gut, sehr gut,  einfettet.

Den Teig lasse man gehen, gelegentliches Strecken und Falten schadet keinesfalls, bis er sein Volumen in etwa verdoppelt hat.

Sodann rolle man ihn auf einer gut bemehlten Fläche zu einem Rechteck aus, ca 40×50 cm.

Dieses Rechteck bestreiche man großzügig mit dem Lemon Curd, schneide es zunächst den langen Weg entlang in 6 etwa gleich breite Streifen, lege diese aufeinander, schneide von dem entstandenen Gebilde 6 Päckchen ab und stelle diese senkrecht in die vorbereitete Kastenform. Fotografieren war zu diesem Zeitpunkt unmöglich- der weiche Teig in Verbindung mit der durchaus rutschigen Füllung- nicht einfach das in die Form zu kriegen. Die Päckchen blieben auch keineswegs senkrecht, rutschten nach hier und da und die Füllung quoll an allen Ecken und Enden hervor.

Nichtsdestotrotz, sind alle Päckchen in der Form gelandet lasse man das Ganze nochmals aufgehen bis der Rand der Form ungefähr erreicht ist. Ah ja, ein dekoratives Element stellen zu diesem Zeitpunkt aufgestreute gehackte Haselnüsse oder Mandesltifte dar.

Da ich im Umluft-Haushalt war stellte ich die Form in den kalten Ofen, heizte auf 160° Umluft hoch und buk für ungefähr 35 min, die letzten 10 min mit einem Streifen Alufolie abgedeckt um Schwarzfärbung zu vermeiden.

Der Zupf hat höchstes Lob und Komplimente geerntet, dezente Süße, feines Zitronen-Aroma, karamellige Außenseiten, fluffiges Innenleben. Und es hat sich mal wieder gezeigt- das Bessere ist der Feind des Guten. Schad dass alle Amalfi-Schönheiten schon verbraucht sind…

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
Im dunklen Laub die Goldorangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?
Kennst du es wohl?
Dahin, dahin
Möcht ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn!

Johann Wolfgang von Goethe, der Unvergleichliche.

 

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15 Gedanken zu „Kennst du das Land

    1. Liebe Therese

      da freu ich mich ja sehr – bin gerne inspirierend! Über die Ricotta-Herstellung hatte ich auch schon gelesen- solange ich hier tatsächlich italienischen in sehr guter Qualität bekommen kann werde ich davon mal absehen.

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  1. Ach, man muss nur bei dir vorbeischauen, um Ricotta-Rezepte zu finden! Das kommt mir ja gerade recht. Wobei: ein Stück von deinem Kuchen wäre mir noch rechter. 😉

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  2. Mmmhhh, das sieht köstlich aus. Bin immer fasziniert von Zitronenrezepten. Leider hab ich bisher so Raritäten wie Amalfi oder Meyer noch nicht gefunden. Hoffe ich komme irgendwann mal darüber hinaus dass Zitronen nur Zitronen sind.

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    1. ein guter Einstieg in gute Zitronenqualitäten gibt es bei Fet-a-soller, eine kleine Kooperative auf Mallorca die direkt nach D versenden- kann ich nur empfehlen! Weil an Amalfi oder Meyer gerate ich auch nur in Ausnahmefällen.
      Ein Zitronengericht hab ich noch in der Warteschleife!

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      1. Dann bin ich mal gepannt, was da nocht kommt. Und mit der Initiative da guck ich gleich mal – danke für den Tipp. So in der Vorweihnachtszeit (…ist ja nicht mehr lange hin) ein paar schöne Kisten Zitronen und Orangen auf Vorrat zu haben ist sicher nicht das schlechteste.

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