Die Würze des Lebens- Quatre Épices

Gewürzen, denen gilt schon seit jeher meine Leidenschaft. Schon im Elternhaus war die Gewürzekiste gut gefüllt, eher ungewöhnlich in den 60er Jahren in denen der Standard aus Pfeffer und Salz, Petersilie und Schnittlauch regierte. Meine Mutter hatte während eines mehrjährigen Aufenthalts in Istanbul die feine Küche dort kennen- und schätzen gelernt und so wehte schon immer ein Hauch Orient durch unsre Küche.

Meine eigene Gewürzliebe hatte nach einem ayurvedischen Kochkurs einen ungeahnten Aufschwung genommen, dort wurde berichtet von Gerichten in denen bis zu 80 verschiedene Gewürzkomponenten landen- das kann ich mir bis heute nicht so wirklich vorstellen und denke um dies gut und stimmig hinzukriegen bedarf es tatsächlich der bis zu 10jährigen Ausbildungsdauer eines Ayurveda-Kochs. Selbstredend werden dort nur frisch geröstete gemörserte Einzelgewürze komponiert- etwas das sich mit meinem Alltagsleben durchaus unverträglich zeigt. Also wurde Gewürz-Literatur angeschafft, altes Wissen reaktiviert- wozu bin ich Apothekerin? und ein paar Standard-Mischungen entwickelt. Mein Glühweingewürz ist der aufmerksamen Leserschaft sicher noch in Erinnerung.

Heute, angeregt durch die kürzlich so überaus zahlreich geretteten Kartoffelgerichte, war dringend die Neu-Produktion des französischen Klassikers Quatre-Épices angesagt. Nichts paßt so gut zu Kartoffeln, auch Suppen, Eintöpfe, Bratensoße und überhaupt alles wofür ihr Muskatnuß verwenden würdet profitiert ungemein von dieser Mischung.

Man nehme

5 Teile schwarze Pfefferkörner

je 1 Teil Nelken ganz und Zimtstangen gebrochen

1/2 Teil Pimentkörner

röste diese trocken, also ohne Zugabe von Fett oder dergleichen, in einer Pfanne an, bis die Gewürze anfangen zu duften. Diese Mischung lasse man abkühlen bevor sie gemahlen werden- bei mir im Schlagwerk des Zauberstabs, eine Kaffeemühle würde vielleicht ein feineres Ergebnis liefern nur hatte ich grade keine zur Hand.

Zu diesen gemahlenen Gewürzen gebe man hinzu

je 1 Teil gemahlener Ingwer & Muskatnuss,
mische alles gründlich durch- et voilà , fertig ist die Mischung.

Wurde alsogleich zur Verfeinerung des ersten Kartoffelgericht, Tartiflette au Reblochon, herangezogen.

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30 Gedanken zu „Die Würze des Lebens- Quatre Épices

    1. Im Schraubglas, im Schrank, da hält sich das Aroma recht ordentlich. Glas ist eh das einzig sinnvolle Material für Gewürze. Und mein Ausgangsmaterial ist von höchster Qualität, das spielt sicher auch eine Rolle. Die Zeit, ich schrieb es ja, die hätte ich nicht, um immer frisch zu rösten und zu mahlen und hinterher alles wieder sauberzumachen.

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  1. Ich glaube, das ist primär eine Frage des Ausgangsmaterials. Habe noch 5 Tüten von meinem DIY-Curry im Schrank, von denen ich kürzlich eines aufgemacht habe. Das hat, obwohl im Juli 2014 produziert, immer noch jede Menge Kraft – zu einer Freude auch in den feinen Noten. Kühl, trocken und dunkel lagern und so wie mein Produzent niemals an der Rohware sparen.

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    1. ganz genau so sehe ich das auch, danke, Andreas. Geprüfte Apothekenqualität, die Anforderungen sind hoch, übliche Handelsware kann da nicht mithalten. Beispielsweise gibt es momentan kaum Frauenmantel-Kraut in Apotheken, Wetter und Ernte bedingt.

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  2. Mit „üblicher Handelsware” meinst du das Zeugs von Fuchsostmannubenawagner, oder?
    Ich habe früher viel online beim bremer-gewuerzhandel gekauft und fand Qualität und Liefertempo stets untadelig. Nicht zuletzt, weil sich die hiesigen Apotheken so gar nicht für Gewürze interessieren. Der Versuch, Galgant und Zitronenmyrte zu bestellen hat für einigen Jahren mal für mächtig Irritation bei den stets mit einem dauerbetroffenen Armer-Schwarzer-Kater-Gesicht hinterm Tresen stehenden Apothekerinnen gesorgt. Die gleichen übrigens, die einen regelmäßig und allen Ernstes bei nem Nasenspray fragen: „Sie wissen wie man es anwendet?” (Einzig mögliche Antwort: „ja klar, wie immer rektal” 😉

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  3. ich möchte am Wochenende einen indischen Gewürzkuchen ausprobieren. Dafür eignet sich dein Quatre-Epices-Tipp super! ich werde mal berichten, wie mir der Kuchen gelungen ist… liebe Grüße aus Kastelruth

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  4. Da ich in einem Land lebe, deren liebenswerte Bewohner leider Gottes keine Gewürzakrobaten sind, von Salz, Pfeffer, Knoblauch und dem mediterranen Sextett Thymian-Rosmarin-Salbei-Basilikum-Origano-Lorbeer einmal abgesehen, wäre ich an einem Gewürzversand aus Apothekerhand ebenfalls sehr interessiert!

    Die Zutaten für obige Gewürzmischung habe ich aber vorrätig und so werde ich das demnächst mal ausprobieren.

    Saluti von
    Elvira

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    1. Na, liebe Elvira, die italienische Art ist aber doch auch sehr fein, frische Kräuter in Hülle und Fülle, da tut man sich hier gelegentlich schwerer. An dem Thema bleib ich jedenfalls dran…
      Grüßle
      Christine

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  5. Deine Gewürzpfanne sieht sehr ansprechend aus. Im Land wo der Pfeffer wächst – Indien – wird wirklich immer ordentlich gewürzt. Einmal wollten wir in Südindien eine Weile nur Obst essen. Doch dann wehte uns täglich der Duft der angerösteten Gewürze in die Nase und dann war es schon wieder aus mit unserem Vorhaben…

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