von Holunderblüten und Maulaffen

Habt ihr schon einmal Maulaffen feilgehalten? Wer weiß überhaupt was das ist, ein Maulaff? Und  was hat selbiger mit Holunderblüten-Gelee zu tun? Nun, ich will versuchen ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. War doch dies die  ursprüngliche Aufgabe eines Maulaffs, Licht ins Dunkel zu bringen  indem  brennende Kienspäne, die Beleuchtung des armen Mannes, einer kopf-förmigen Tonfigur, dem Maulaffen, ins Maul gesteckt wurden.  In die Apotheke fand der Maulaffe möglicherweise über eine Form-Verwandtschaft, so genau läßt sich das nicht verfolgen wie die bauchigen Glasgefäße den Glimmer-Gestalten den Namen abnahmen. Und benutzt werden sie eher selten, die bauchigen Gesellen, es sei denn die Apothekerin hat ein Faible dafür Liköre und dergleichen mehr anzusetzen. Dafür ist der Maulaffe bestens geeignet, es geht eine Menge Material rein, er läßt sich gut verschließen und der Inhalt kann problemlos immer wieder durchgeschüttelt werden sollte das erforderlich sein.

Und so kam der Maulaffe mal wieder aus seinem Kellerversteck zum Einsatz, wurde mit

40 Dolden frisch geernteter Holunderblüten

2 in Stücke geschnittenen gut gewaschenen ungespritzten Zitronen

1 ebenso geschnittenen gut gewaschenen ungespritzten Orange

und 1 Tl echtem Vanillezucker (10%ig)  befüllt, darüber ergoß sich der Inhalt

zweier Flaschen Weißwein.

Immer wieder mal durchgeschüttelt durfte dieser Ansatz ungefähr 36 Stunden durchziehen um dann seinen Inhalt, durch ein Haarsieb filtriert, wieder preiszugeben. Dies klappt ganz gut und bedarf nur wenig Nachhilfe durch gelegentliches Ziehen an den Blütendolden.

Nun wiege man die abgesiebte Flüssigkeit, gebe sie in einem großen Topf, füge hinzu

1,5 kg Gelierzucker 1:1, so viel wie Flüssigkeit vorhanden- die Menge kann also etwas nach oben oder unten schwanken.

Langsam zum Kochen gebracht, unter Abschäumen und immer wieder umrühren 4 min sprudelnd kochen lassen wird das Gelee in heiß ausgespülte Twist-Off-Gläser abgefüllt. Diese sofort verschließen und für ungefähr 15 min auf den Kopf stellen, dadurch sterilisiert sich der Rest verbkiebener Luft in dem Glas.

Das Gelee- es duftet gar zauberhaft, und schmeckt ebenso- wäre es mir möglich eine Woche zu warten mit dem ersten Geschmackstest wäre die Begeisterung noch größer.

 

Und weil das Rezept gar so unwiderstehlich daherkam, hab ich im selben Zug ganz entgegen meiner Gepflogenheiten eine kleine Menge eines „Elderflower Cordial“ nach Herrn O. hergestellt- neben seinem unwiderstehlichen Duft besticht dieser auch noch durch eine wunderbare Färbung. Das Rezept ist hier zu finden  *klick* .

So entwickelt diese verregnete Zeit doch noch schöne Seiten- es braucht halt etwas mehr an Engagement um sie aufzuspüren.

 

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17 Gedanken zu „von Holunderblüten und Maulaffen

  1. Super! Das Wort Maulaffe ist mir geläufig, doch so habe ich es noch nicht gekannt. Wunderbares Rezept. Der Cordial erst, so mache ich auch meinen Rosen-Cordial, leider noch nicht verbloggt und das ohne bei Y.O. geschaut zu haben. Aber hier bei Dir mit den Orangen bestimmt ein außergewöhnlicher Geschmack und super fein.
    Liebe Grüße und einen angenehmen Tag
    Ingrid

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    1. Danke, liebe Ingrid! Das Gelee mit dem Wein ist mittlerweile eine feste Größe und darf nicht ausgehen-während was Süßes hier selten getrunken wird. Dennoch, mir hat die Kombi mit den Rosenblüten zum Holunder so gut gefallen dass ich das einfach testen mußte!
      Dir ebenso einen erfreulichen Tag und liebe Grüße
      Christine

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    1. Der Sirup schmeckt auch fein, und um ihn vor dem Verderb zu retten werde ich ihn in Eiswürfelbeutel einfrieren- da kann er dann gelegentlich eben doch mal zum Einsatz kommen. Ja und das Gelee- eine echte Entdeckung war das vor ein paar Jahren. Viel Spaß beim Nachkochen!

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  2. Danke für das Schließen meiner Bildungslücke, denn ich wusste nicht, was ein Maulaffe ist.
    Bei uns hat es die ganze Holundersaison so ziemlich jeden Tag geregnet. Ich habe zwar Sirup angesetzt, aber ich habe ehrlich gesagt schon besseren gemacht. Wenn der ganze Blütenstaub abgeschwemmt ist, ist das Vergnügen nur mehr halb so groß.

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    1. gerne, – auch ich wußte nicht alles über den Maulaffen und bin jetzt etwas schlauer. Und meinen Holunder hab ich immerhin nach 2 Sonnenstunden am Stück, in der Mittagszeit, geerntet- der hatte schon einiges an Duftstoffen.
      Hoffen wir mal auf besseres Wetter… irgendwie macht das in den letzten Monaten keinen Spaß.

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  3. Ich hatte keine Ahnung, dass Maulaffen wirklich existierten – sehr unterhaltsam! Leider muss ich mal wieder neidisch nach Deutschland schielen – hier bei uns in Maine habe ich noch keinen Holunder gesehen (auch nicht in der Gärtnerei), obwohl Holunderblütenlikör mit Sekt eins meiner Lieblingsgetränke ist.

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  4. Wie schön, jetzt bin ich über cahama zu deinem Rezept gelangt, das mir noch ein bisschen besser gefällt als meins, wo ich doch sooo ein Orangenfan bin, dass meine Tochter schon sagt:“Musst du denn an alles Orange machen!?“. Was natürlich vöööllig übertrieben ist 😉
    Vielleicht ein kleiner Tipp: Mir ist die 1:1 Marmelade oft zu süß, die 2:1 hat dann aber wieder zu wenig Aroma. Deshalb nehme ich häufig, wie auch beim Holundergelee 250g Bio-Gelierzucker 2:1 (ohne Konservierungsstoffe, klappt genauso gut…)und 250g normalen Zucker oder Rohrzucker. Funktioniert prima.
    Liebe Grüße
    Ulrike

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    1. der Tipp mit dem Bio-Gelierzucker ohne Konservierungsstoffe ist sehr gut, vielen Dank dafür- ich werde mal Ausschau halten. Mit meiner Gelier-Tabelle gelingt es mir ja häufig sogar gänzlich auf Gelier- Hilfsmittel zu verzichten, was immer noch das Beste ist.

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      1. Da hast du recht, Brombeer- bzw. Johannisbeergelee, aber auch Orangenmarmelade gehen mit Gelierzucker gar nicht und die gehen auch ohne sehr gut. Aber so eingekochte Erdbeermarmelade würde ich jetzt nicht mögen.

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