Fried Chicken Southern Style

Fastfood mit regionalem Bezug, aus der eigenen Küche, das wünschen sich Tanja und Martin von sakriköstlich und Zorra vom Kochtopf zum aktuellen Blog-Event. Fastfood, was ist das überhaupt? Schnell gegessen? Schnell zubereitet? Schnell sonstwas?

In heutiger Zeit, mit voll ausgestatteten Küchen in nahezu jedem Haushalt, könnte man meinen die Notwendigkeit sich mit was Warmem „auf die Hand“, quasi im Vorbeigehen, zu verköstigen würde sich erübrigen. Schaut man sich allerdings um stellt man fest, das Argument der Notwendigkeit scheint nicht zu zählen. Dönerbuden, Ketten meist amerikanischen Ursprungs, Imbißbuden Asia-Style, wohin das Auge blickt. Die traditionelle deutsche Würstchenbude wirkt demgegenüber schon fast wieder exotisch. Und in ganz neue Sphären erhebt sich das „Fast Food“ in der Erscheinungsform der Food-Trucks; schnell gemacht ist dort nichts- die zeit-intensiven Vorbereitungen werden allerdings nicht vor Ort erledigt, das Essen soll schließlich eben doch „schnell“ aus dem Truck an die Kundschaft gebracht werden. Erst neulich hatte ich das Vergnügen, es gab Maultaschen in zwei Varianten, dazu Kartoffel- und grünen Salat-  die Maultaschen zählten zu den Besten die ich je gegessen habe.

Wer sich mal selber an der Zubereitung von sogenanntem Fast Food versucht hat wird feststellen, schnellschnell geht das nicht. Ganz gleich ob Pommes, handgeschnitzt und zweifach fritiert; Burger mit hausgemachten Dips und Saucen, vom Brötchen ganz zu schweigen, oder Currywurst *klick* – nur mit guter Planung und Vorbereitung stehen diese Köstlichkeiten schnell auf dem Tisch.

Genauso wie das „Fried Chicken“ dem ich mich mit großem Vergnügen am Wochenende gewidmet habe. Da regionale Zutaten erwünscht waren ließ ich das französische Freilandhähnchen links liegen und entschied mich für ein hohenlohisches Hähnchen, das mir schon gleich beim Auspacken Ausrufe des Entzückens entlockte. Wann habt ihr zuletzt ein Hühnchen mitsamt  Innereien käuflich erworben? Eben.

Man nehme also besagtes

Hähnchen, Gewicht ca 1300g; teile es in 10 Portions-Stücke als da wären 2 Flügel, je zwei Ober- und Unterschenkel, und jede Brust in zwei Teile. Das Knochengerüst sowie die Innereien bewahre man für die spätere Zubereitung einer Hühnerbrühe auf, mit Ausnahme der Leber, die ergänzt ganz wunderbar im Rühr-Ei verarbeitet das sonntägliche Frühstück.

Die Hähnchenteile gebe man nun über Nacht in eine brine aus

20g Salz

1 Ltr Wasser

Lorbeer- und Rosmarin nach Geschmack.

Am nächsten Morgen gieße man den Inhalt durch ein Sieb, lasse etwas abtropfen, und mariniere die Hähnchenteile mehrere Stunden in

Buttermilch.

Nun bereite man das Bratfett vor. In einer großen und tiefen Pfanne zerlasse man

ca 100g fetten Speck

ca 50g Butter

ca 300 ml Sonnenblumen- oder Raps-Öl, schöpfe den Schaum ab und lasse den Speck schön glasig werden.

Naht der Hunger, und sind die Beilagen fertig- bei uns in diesem Falle Kartoffelsalat, Gurkensalat und Tomatensalat, mische man in einem Teller

Mehl und Semmelbrösel zu gleichen Teilen, füge

1-2 Esslöffel Stärke hinzu und würze mit

weißem Pfeffer,

Paprika,

Ras el-Hanout und

etwas Salz.

Die Hähnchenteile werden nun aus der Buttermilch gefischt, in der Mehl-Würzmischung gewälzt und kommen dann ins heiße Fett- nicht zu heiß, ich hatte den Herd auf Stufe 7 von 12. Auf jeder Seite werden sie 7-10 min gebraten, auf Küchenkrepp abgetropft – dann steht dem Genuß nichts mehr im Wege. Servietten bereitlegen, denn dies ist nicht nur Fast- sondern auch Finger-Food.

Inspiriert wurde ich im Übrigen von diesem schönen Kochbuch*; das Rezept schließt mit den Worten: fried chicken is delicious eaten hot, warm, at room temperature or cold. Wie überaus wahr!

Wie schaut es bei euch aus, mit dem Fast Food? Greift ihr gelegentlich zu? Hab ihr euch schon einmal selbst an der Zubereitung versucht?

 

 

 

*Osiander, der regionale Buchhändler, und ich freuen uns über Bestellungen

 

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17 Gedanken zu „Fried Chicken Southern Style

  1. Fast Food unterwegs bei den großen amerikanischen „Restaurants“ ess ich kaum mal, ich glaub, letztes Jahr im September war ich das letzte Mal beim Mäc. Ich hab aber auch das Glück, dass beim Freund in der Nachbarstraße ein exzellenter Burgerladen ist: regionale Zutaten, alles selbst gemacht und boah, sooo mega lecker. Oft geh ich auch nicht hin, aber wenn dann dort, wo ich es nachvollziehen kann. Mein persönliches Fast Food für daheim ist übrigens Risotto 😉
    Lg, Miriam

    Gefällt 1 Person

    1. klingt nicht nur so, das ist jeder Mühe wert. Im Original-Rezept wird nur mit Butter-Speck-Schmalz gebraten, das ist mir dann doch zu heftig, die Speckstückchen im Öl reichen m.E für die Extra-Note, samt einem guten Stich Butter oder besser noch Ghee, wer hat.

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    1. Genau, labberig ist da nix- die Kruste splittert richtig. Die Köchin schreibt, die Stärke in der Panade sorgt wohl für diese spezielle Kruste. Tolle Idee, euer Event, mir hat das richtig Spaß gemacht.

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  2. Obwohl ich eine Friteuse besitze, bin ich bisher davor zurückgeschreckt, so viel Öl zu verbrauchen. Hab mir gerade einen Airfryer zugelegt, allerdings bisher nur Pommes damit zubereitet (gut). Fried Chicken geht damit auch, vielleicht versuche ich’s mal.

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    1. Durch das Ausbraten in der Pfanne braucht es deutlich weniger Fett als beim frittieren – und der Geschmack von Speck und Butter, ich glaube den bringt der airfryer eher nicht. Interessant wär der Versuch auf jeden Fall…

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