Böhmische Knedl

Auf der letzten Tour mit unsrer Fortuna führte uns der Weg von Passau nach Dresden einmal längs durch Tschechien. Kurz vor Prag überfiel uns der Hunger, wir fuhren an einer Autobahn-Raststätte aus um in dem dort angegliederten Restaurant aufs Beste verköstigt zu werden. Was zur Folge hatte dass wir seitdem sehnsuchtsvoll „weißt du noch, den Knödel bei Prag?“ schmachteten; der Gulasch den es dazu gab diente als passendes Beiwerk, mit einer köstlichen tiefdunklen Sauce.

Klar dass ich mich aufmachte um in den Weiten des Netz auf die Suche nach einem Rezept für einen solchen Knödel. Fündig wurde ich endlich beim Plötzblog, Lutz‘ Rezept vereinte sowohl die Brötchen als auch den Hefeteig, so wie ich dies geschmacklich und optisch in Erinnerung hatte.

Also ging ich munter ans Werk, traf Vorbereitungen für einen Sauerbraten und setzte den Vorteig an aus

50 g altem Brot, gerieben

50g Ruchmehl (Typ 1200)

100g Milch

0,2 g Trockenhefe

verrührte dies alles miteinander und stellte den Vorteig in die kühle Speisekammer, bei ungefähr 11°. Dort blieb er 36 Stunden.

Als nächsten Schritt weichte ich kleingeschnittene seehr trockene

70 g  Laugenbrötchen in

100 ml heißer Milch ein.

Den endgültigen Teig rührte ich aus allem Vorteig,

150g Weizendunst (Wiener Griessler)

150g Mehl (Gelbweizen, Typ 550)

2 Eiern

2 g Trockenhefe

10g Honig

60g Butter

8g Salz

125 ml Milch. Wie von Lutz angegeben ließ ich die Maschine erst 5 min auf Stufe 1 und dann noch 15 min auf Stufe 2 kneten, der Teig löste sich tatsächlich vollständig vom Schüsselboden. Die eingeweichten Brötchen verteilte ich im Teig und ließ noch einmal kurz kneten bis sie grade so eingearbeitet waren. Sodann kam der Teig in eine große geölte Schüssel und durfte bei Zimmertemperatur einige Stunden gehen, so 4-5 werdens wohl gewesen sein.

Zwei große Töpfe wurden mit Wasser gefüllt und auf den Herd gestellt, die Zeit die das Wasser bis zum Kochen brauchte diente als Ruhezeit für die zwei länglichen Knödel die ich inzwischen aus dem gut aufgegangenen Teig geformt hatte. Zum kochenden Wasser kam noch Salz, die Hitze hab ich reduziert und je einen Knödel in jeden Topf gesteckt. Wichtig für das schöne Aufgehen der Knödel ist ein gut schließender Deckel! Auf das Umdrehen habe ich verzichtet, die Knödel nachdem sie gut 30 min in dem nur leicht siedenden Wasser verbrachten auf eine Platte gehoben und sofort mit Hilfe eines Zwirnfadens in Scheiben geschnitten.

Andächtiges Schweigen, bestenfalls unterbrochen von der Bitte um Nachschlag an Knödel sowie Sauce, herrschte am Tisch. Außer Frage- diese Herrlichkeit kommt zukünftig öfter auf den Tisch im Hause B.

 

Zumindest der Sänger ist aus Böhmen!

 

 

 

 

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12 Gedanken zu „Böhmische Knedl

  1. Diesem Knödel sieht man an, wie wunderbar flaumig er ist! In Prag habe ich solche Knödel gegessen und sie haben mir sehr geschmeckt. Ich wollte sie nachmachen, aber du kennst das ja … Nun nehm ich mir dein Rezept mit und stelle es ganz oben auf die To Do-Liste.

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    1. Wir hatten in zwei Lokalen diese Knödel gegessen, und konnten durchaus geschmackliche Unterschiede feststellen. Dieses Rezept hat alle Erwartungen übertroffen- ich bin gespannt as du draus machen wirst. Mit Wiener Wirtshausgulasch vielleicht?

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    1. als ich den Film zum ersten Mal gesehen hatte war ich völlig hingerissen- nicht nur von Omar Sharif sondern besonders von der Musik.
      Und den Knödel, den kannst du auch mit ganz gewöhnlichem All-Purpose-Mehl machen, mit etwas Grieß.

      Gefällt 1 Person

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