Hefezopf

Kennt ihr das auch, so ein Lieblingsbackstück das in regelmäßigen Abständen gebacken werden muß, oder ein Leibgericht, was so eine gewisse Unzufriedenheit erzeugt wenn zu lange Zeit seit dem letzten Mal vergangen ist? Was ist es, das regelmäßig bei euch auf dem Tisch stehen muß?

Für mich ist es der Hefezopf- backen könnte ich den nahezu täglich, so viel Freude hab ich daran. Nur wer soll das alles essen? So begnüge – und vergnüge- ich mich nur alle paar Wochen damit. Um endlich einmal meine verbesserte Rezeptur festzuhalten bietet sich das laufende Event in Zorras Kochtopf an, hier geht es um Zutaten die „zu schade für die Tonne“ sind. Ausgedacht hat sich das sehr lobenswerte Thema Jette vom schönen blog „Lanis Lecker Ecke“.

In die passende Kategorie fallen sehr eindeutig die Cranberries unbestimmbaren Alters, eine Bestellung vor etlichen Jahren fand weniger Abnehmer als gedacht und inzwischen sehen die getrockneten Früchtchen tatsächlich nicht mehr besonders ansprechend aus- die Verpackung mit der Haltbarkeits-Angabe ist schon lange unauffindbar. Nur, was soll an getrockneten Früchten schon schlecht werde? Ist doch gerade das Trocknen eine althergebrachte Methode Dinge haltbar zu machen. Und was macht die chemisch versierte kluge Frau? Sie wählt eine passende Flüssigkeit mit hohem Alkohol-Gehalt, beispielsweise  Kirschwasser, Himbeergeist oder Rum, legt die Früchtchen darin ein um so eine absolut aromatische Zutat zu erhalten die beispielsweise einen Hefezopf in geschmacklich höhere Sphären erhebt.

Los gehts! Und zwar schon am Vorabend.

Hefezopf mit Lievito Madre, Cranberries und Walnüssen

100g aufgefrischte LM werden mit

100g Weizenmehl Typ 550 und

50g Wasser zu einem festen Vorteig verknetet.

10g Weizenmehl Typ 550 und

90g Milch werden gut miteinander verrührt und langsam unter beständigem Rühren dicklich aufgekocht, wie Pudding.

Beidem gönne ich eine Nachtruhe.

Am nächsten Morgen dann wird der endgültige Teig geknetet, aus

300g Dinkeldunst

200g Weizenmehl Typ 550

beiden Ansätzen vom Vorabend

200 ml Milch

2 Eier

1 Eiweiß

1g Trockenhefe

150g Butter, kalt

100g Zucker

etwas Zitronenschale

1 Prise Salz

Wenn sich der Teig anfängt von der Schüssel zu lösen kommen die leicht abgetropften

 60g eingeweichten Cranberries sowie

125 Walnüsse dazu und werden mit eingeknetet. Ihr könnt sie auch später, beim Langwirken der Teigstränge, zufügen- beides hat Vor-und Nachteile. Die Bearbeitung ist so einfacher, dafür leidet die Farbe etwas durch die Reste der Einweichflüssigkeit die sich im Teig verteilen.

Nun kommt die Geh-Zeit bei Raumtemperatur, nach je 1 Stunde strecke und falte ich den Teig, 3x insgesamt. Nach weiteren ungefähr 3 Stunden kippe ich den Teig auf die Arbeitsplatte (gut mit Dunst bestreut), teile ihn in 3 etwa  gleich schwere Teile, wirke diese etwas rund und lasse sie abgedeckt ungefähr 20 min entspannen.

Nun folgt das Zopfen!

Jedes Teil wird auf Spannung lang-gewirkt, ähnlich wie beim Baguette*, auf’s mit Backpapier belegte Blech bugsiert und die drei Stränge von der Mitte aus zum Zopf geflochten. Eine weitere Geh-Zeit schließt sich an, von ca 35-60 min, jenachdem welche Optik ihr bevorzugt. Mir gefällt ein rustikal aufgerissener Zopf am Besten, dafür reicht die kürzere Zeit. Bei längerer Geh-Zeit hält der Zopf die Form besser, das empfiehlt sich für Künstlerinnen die mit mehr als 3 Strängen flechten. Mach ich nie!

1 Eigelb verrühre ich mit

1 El Milch oder Sahne

1 Prise Salz

1 Prise Puderzucker, pinsele den Zopf damit ein, bestreue ihn mit Hagelzucker und schiebe ihn in den Ofen- nicht vorgeheizt. Ich schalte auf 150° Umluft und stecke das Bratenthermometer an die dickste Stelle, eingestellt auf 93° Kerntemperatur. Nach etwa 40 min gibt das Thermometer laut- die Temperatur ist erreicht und der Zopf, verführerisch duftend, kommt zum Abkühlen auf ein Kuchengitter.

Ein Genuß, einfach nur mit frischer Butter bestrichen. Oder was immer ihr dazu mögt…. vielleicht ein wenig Musik, passend zum Thema? Never too old…..

 

„Werbe-Block“:

* hier gibt es eine klasse Anleitung zum Zopfen vom Bäcker Baier- ich muß wohl doch noch etwas üben!

14 Gedanken zu „Hefezopf

  1. So ein Hefezopf wäre doch perfekt für den Ostertisch! Und Deine Lievito Madre steht ja auch bei mir im Kühlschrank. Nur das Flechten habe ich lange nicht geübt. Aber notfalls werden es eben Hefebrötchen :)

  2. Ich bin sicher, wenn mehr Leute deine Empfehlung zur Erweckung von Mumien (Rosinen etc.) lesen würden, dann der Verkauf von Trockenfrüchten sprunghaft ansteigen!

    An LM habe ich mich bis jetzt noch nicht herangetraut.

  3. Hefezopf liebe ich auch sehr, allerdings habe ich ihn noch nie mit Füllung ausprobiert. Vielleicht probiere ich mich zu Ostern mal daran. Vielen Dank für Deinen Beitrag.

    Liebe Grüße
    Jette

  4. Den letzten Hefezopf hab ich vor etlichen Jahren gebacken – hierzulande heisst er Challah – obwohl ich ihn eigentlich auch sehr gern esse. Nüsse im Gebäck sind für mich immer ein Plus (Kaffee und Guinness auch, aber die passen nicht überall hinein).
    Getrocknete Cranberries halten ewig, ich benutze sie allerdings gern anstatt Rosinen, weil sie säuerlicher und nicht so süss sind. Daher werden bei mir nicht allzu alt.

    1. Mir geht es auch so, mit den Cranberries anstelle von Rosinen, sie geben etwas mehr Frucht und weniger Süße. Und Hefezopf, also wirklich Karin, den solltest du euch doch gönnen…

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