Facebook ist schuld. Kaum virtuell den Mund aufgemacht in Bewunderung eines Strudels, schon hieß es: back doch mit, am 15. April, wir strudeln!
Ewig schon hatte ich nicht mehr gestrudelt, war mir aber doch recht sicher die Tücken des Strudelteigs mittlerweile gemeistert zu haben. So kann frau sich täuschen!
Der Reihe nach. Irgendwo aus den Windungen meines Gedächtnisses löste sich die Erinnerung an einen „Türkenstrudel“, tauchte auf und ließ sich nicht mehr abschütteln. Ausführliche Recherche förderte schließlich die Quelle zu Tage: es handelt sich wieder einmal um meine unersetzliche Time-Life-Bibliothek, der Band „Kuchen und Torten“ zitiert Eva Bakos österreichische Mehlspeisenküche mit einem solchen Rezept.
Gesagt, getan, die Zutaten vorbereitet, ging es eines Sonntags an die Ausführung.
125g Weizenmehl
125g Dinkeldunst (nie mehr!)
30 ml Öl
125ml kaltes Wasser
Prise Salz
werden auf der Arbeitsplatte zunächst mit dem Messer gehackt, dann mit den Händen geknetet und gehauen bis ein geschmeidiger Teig entsteht der sich zu einer glatten Kugel formen läßt. Eingeölt nimmt diese Kugel in einer Schüssel Platz und darf abgedeckt 1-2 Stunden der Ruhe pflegen.
Zeit um die Füllung vorzubereiten. Hierfür trenne ich
5 Eier und schlage die Eiweiß mit einer
Prise Salz zu steifem Schnee.
140g Butter verrühre ich mit
90g Kristallzucker, und gebe nach und nach die 5 Eigelb hinzu.
30g Zitronat und 40g Orangeat (zuvor in Orangenlikör eingeweicht)
70g getrocknete Feigen
70g getrocknete Datteln werden allesamt zerkleinert und unter die Eigelb-Butter-Masse gerührt, ebenso
70g Rosinen und
150g grob gehackte Walnüsse und zu guter Letzt wird der Eischnee untergezogen.
So weit, so gut. Das Strudeltuch auf der Arbeitsfläche ausgebreitet, nahm ich Teig und Wellholz zur Hand um festzustellen, Wellholz mag dieser Teig garnicht. Also gleich anfangen mit den Händen auszuziehen, ergab sich keine Chance auf ein gleichmäßiges Zugmuster. Teils sofort papierdünn, teils dicke Strähnen, und an den Übergängen taten sich Risse auf… notdürftig den Teig zusammengeflickt strich ich die Füllung auf, wickelte den löchrigen Strudel mit Hilfe des Tuchs auf und ab damit in den Ofen.
Erstaunlicherweise hielt das Gebilde doch recht gut zusammen – und der Geschmack war die ganze Mühe eindeutig wert, wenn auch die Dicke des Teigs an manchen Stellen den Genuß etwas geschmälert hat. Und wie heißt es so schön? Aus Fehlern lernen wir, Dinkel eignet sich nicht für Strudel. Wenn also kein Weizendunst verfügbar ist verwenden wir zukünftig eben ausschließlich Weizenmehl Typ 550.
Und wer jetzt Lust bekommen hat auf einen richtigen, einen schönen Strudel- bittesehr, die Strudelvariationen meiner Mitstreiterinnen.
Birgit von Backen mit Leidenschaft – Apfel-Mandel-Strudel und Ricotta-Strudel a la Cassata
Sina von Giftigeblone – Strudel mit weißem Mohn, Birnen und Walnüssen
Susanne von Magentratzerl – Börekschnecken mit Zucchini-Schafskäse-Füllung
Petra von Obers trifft Sahne – Bärlauchstrudel
Aniko von Paprika meets Kardamom – Kürbis-Feta-Strudel
Christina von The Apricot Lady – mediterraner Strudel
Susi von Turbohausfrau – Krautstrudel mit Paprikasauce
Ariane von Tra dolce et amaro – Caramelle di strudel con ricotta e frutti di bosco
Initiiert, organisiert, motiviert und betreut von Sina, vielen Dank!
Loch an Loch 😂 schaut super aus und hat sicher auch so geschmeckt :*
Oh ja, geschmacklich einwandfrei gut, es wird bestimmt eine Wiederholung mit kooperativem Strudelteig geben.
Na, du hast das Loch-Problem ja super gelöst. Dinkel ist halt arg speziell. Ich horte nicht gerne verschiedene Mehlsorten, aber ich habe einsehen müssen, dass doppelgriffiges Mehl für Strudel einfach das beste ist….
Eben, und dieses Mehl hatte ich nur in der Dinkel-Variante…. zumindest hab ich das nun für uns alle getestet. Und geschmeckt hat er dann doch überraschend gut
Experimentieren geht immer vor, beim nächsten mal weiß man wie es besser geht. Und geschmeckt hat er sicher besonders gut.
Ich war tatsächlich geneigt den Strudel dem Vergessen preiszugeben, der doch überraschend gute Geschmack hat mich umgestimmt. Zudem kann ich nun nachlesen und vielleicht auch andere Menschen vor einem Fehlschlag bewahren, gell?
Das Strudelchen schmeckt sicher toll! Da macht das eine oder andere Löchlein nichts aus.
Oh ja, geschmacklich war das wirkich was Besonderes!
Ich konnte meinen Teig auch nicht ausrollen, hab ihn auch gleich ziehen müssen, aber hat dann doch irgendwie geklappt. Drein Strudel sieht aber trotz Löcher sehr fein aus. Liebe Grüsse Birgit
Danke!
Ich bitte ohne Rosinen,..wie immer ggg
Loch an Loch gggg,…mir ist meiner beim Backen auch gerissen, passiert hin und wieder und ist kein Unglück, das unterscheidet guten selbstgemachten Strudelteig von gekauftem eindeutig, der reisst glaub ich nicht.
Morgen gibt’s hier Apfelstrudle :-)
lg. Sina
Grade gestern hab ich auf meiner Festplatte ein paar ganz interessante Strudel-Rezepte entdeckt, ich hoff ich denk dran falls wir die Aktion mal wiederholen
Gerne!!