Kirschen- Vorräte

Wie schon gelegentlich erwähnt wohne, lebe und arbeite ich in einer Ecke des Schlaraffenlandes, was mich immer mal wieder zum Anlegen übermäßiger Vorräte verleitet. Marmelade vor Allem, davon wird deutlich weniger verbraucht als ich gerne einkoche- und so heißt es Ausschau halten nach anderen Möglichkeiten. Eindünsten, das mag vielleicht etwas altmodisch klingen, sowas hat die Oma gemacht um mit dem ganzen gleichzeitig reif werdenden Obst im Garten fertig zu werden. Kirschen bieten sich dafür fabelhaft an, im Unterschied zu gekaufter Ware kann ich ganz genau meine gewünschte Geschmacksnote bestimmen und es macht mir ungeheur viel Freude ein Glas selbst eingemachte Kirschen in einer Donauwelle zu verbacken oder fein gewürzte Sauerkirschen zur Veredelung eines Reh-Ragouts zur Verfügung zu haben.

Einen Vormittag Zeit heißt es einplanen, belohnt wird die Arbeit mit 5 großen Gläsern Süßkirschen mit Orange-Vanille-Aroma sowie 4 kleinen und einem großen Glas Würz-Sauerkirschen.

Die ersten vorbereitenden Schritte führen mich in den Keller, die Vorratslage an großen und kleinen Einmachgläsern und passenden Deckeln zu erkunden. Die Gläser werden heiß gespült, das kann auch ein oder zwei Tage im Vorhinein geschehen.

Der nächste Gang- Speisekammer, sind alle Gewürze und genügend Zucker vorhanden?

Alle Erkundungsgänge fallen zur Zufriedenheit aus und so fahre ich eines Abends nach getaner Arbeit in den Hofladen zwei Dörfer weiter, wo es nicht nur Süß- und Sauerkirschen sondern auch alle Arten von Beeren aus eigenem Anbau gibt. Sehr verführerisch…. mit

je 3 Kilo süßen Schwarzkirschen und Sauerkirschen komme ich nachhause, allen anderen Versuchungen wiederstehe ich heldinnenhaft.

Zunächst wird die Küche mit Zeitungspapier ausgelegt- Kirschen zu entsteinen ist eine Arbeit die alles, aber auch wirklich alles zu erröten vermag.

Den Sirup für die Süßkirschen koche ich wie folgt:

500g Zucker

1 Liter Wasser

1 Orange, in 8 Teile geteilt

1 El Vanillezucker (echt, 10% Vanille) – lasse ich aufkochen und noch etwa 10 min köcheln.

Die entsteinten Kirschen packe ich dicht in die großen Gläser, gieße in jedes Glas ungefähr 2 cm hoch

Kirschlikör, knapp 400 ml insgesamt. (Der mußte weg!) und fülle dann bis knapp zum Rand  mit dem Sirup auf. Die verschlossenen Gläser stelle ich in den Ofen, auf die Fettpfanne die gut mit Wasser gefüllt wird. Den Ofen heize ich auf 175° Umluft, sobald Bläschen in den Gläsern aufsteigen beginnt die Kochzeit von 30 Minuten. Danach die heißen Gläser auf ein feuchtes Tuch stellen, nach dem Abkühlen prüfen ob sich überall ein Vakuum gebildet hat- bei den von mir verwendeten Gläsern „knallen“ die Deckel und wölben sich nach innen- (das Foto zeigt noch die Außen-Wölbung), abwischen und beschriften.

 

Die Sauerkirschen kriegen auch einen Sirup, aus

500g Zucker

1 l Wasser

1 Orange, ganz zum Schluß füge ich

50ml guten Weißwein-Essig hinzu.

Zu den Kirschen in den Gläsern (immer wenn sie etwa halb voll sind) gesellen sich Gewürze:

1 Stückchen frischen Ingwer

2-3 Piment-Körner

1/2 -1 Stück Langpfeffer

1/4 Sternanis

1/3 Stange Zimt.

Ansonsten lasse ich ihnen die gleiche Behandlung angedeihen wie ihren süßen Schwestern.

Und belohne mich mit einem Frühstück der Luxus-Klasse- ein paar Süßkirschen blieben übrig, wurden im Sirup-Rest aufgekocht, mit etwas Stärke angedickt und auf Waffel mit türkischen Yoghurt genossen. Der umwerfende Geschmack ist das beste Argument für das so garnicht altmodische Eindünsten…

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Kirschen- Vorräte

  1. Wir hatten früher einen Selbstversorger-Garten, und meine Mutter hat die ganze Erntezeit über eingekocht, was das Zeug hielt. Natürlich auch Kirschen, und ich erinnere mich – so eine Portion Kirschen aus dem Glas, das war im Winter dann immer ein Highlight.

    1. Ich erinnere mich auch an Mirabellen meiner Oma, die mochte ich nicht besonders. Seltsam dass trotz des riesigen Kirschbaumes in ihrem Garten mir keinerlei Kirschen in Erinnerung geblieben sind… na, das hole ich eben jetzt nach.

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