Ofenschlupfer de Luxe

Brot, dieses Lebensmittel das den Menschen schon seit Tausenden von Jahren begleitet, es ist immer noch aktuell und für mich unverzichtbar. Noch mehr, seit ich mir die Kunst des Brotbackens erobert habe. Und sobald ein wunderbar duftendes Brot aus dem Ofen gezogen wird- nun ja, da haben es die Reste die immer mal anfallen nicht leicht. Nur gut dass Brot nicht nur als Unterlage für Käse, Wurst und Konsorten taugt, ja es lassen sich ganz wunderbare Köstlichkeiten aus nicht mehr ganz frischem oder selbst gänzlich vertrocknetem Brot herstellen. Semmelbrösel oder geriebenes Altbrot findet sich häufig auf diesen Seiten, sei es als Aromastück im Brot-Teig, als aromatisches Verdickungsmittel zum Beispiel in Ravioli oder als Umhüllung für Feines Gebratenes. Etwas prominenter tritt das alte Brot in diesen Rezepten auf:

Apple Brown Betty

Böhmische Knödel

und heute hab ich den Klassiker der Schwaben mitgebracht:

Ofenschlupfer, den Apfel-Brot-Auflauf, anderswo auch als  Scheiterhaufen bekannt.

Dieser köstliche Auflauf war neben Pfannkuchen das einzige süße Hauptgericht das in meiner Kinderzeit je auf den Tisch kam, begleitet von Vanille-Sauce aus dem Päckchen. Später hab ich mich selber gelegentlich an der Zubereitung versucht, richtig Aufwind bekam die Sache allerdings erst nachdem ich Bekanntschaft mit amerikanischen Bread-Puddings gemacht hatte.  Amerikaner, wie wir wissen, sparen weder an Butter noch an Zucker, so gewann der schlichte Auflauf eine enorme Aufwertung in jeglicher Hinsicht und kommt fortan ohne Sauce aus. Schaden kann sie natürlich nicht, eine Kugel Eis würde sich ebenfalls gut als Ergänzung machen- uns schmeckt der Auflauf anstelle eines Kuchens wunderbar zur nachmittäglichen Teestunde. So sehr viel Arbeit ist damit nicht verbunden, etwas Zeit sollte allerdings schon eingeplant werden.

Die Einweichflüssigkeit wird als erstes gemischt:

90g Butter, gerade so geschmolzen, werden mit dem Schneebesen mit

3-4 Eiern verrührt, nach und nach kommen

200g Sahne

400g Milch

75g weißer Zucker

75g brauner Zucker hinzu, immer wieder gründlich mischen, zu guter Letzt wird gewürzt mit der

Schale von 1/2 Zitrone und

1/2 Tl Lebkuchengewürz oder Zimt.

Ungefähr 250g Brotreste, Hefezopf etc, das darf ruhig gänzlich trocken sein, nehmen in Stücke gebrochen oder geschnitten in einer großen Schüssel Platz und werden mit der Einweichflüssigkeit übergossen. Damit nichts aufschwimmt lege ich einen passenden Teller auf die Masse und beschwere diesen- mit einer vollen Flasche, einem schweren Mörser oder dergleichen. Jenachdem wie trocken eure Brotreste waren dauert das Einweichen mindestens 30 min, längeres Stehenlassen schadet auch nicht.

Ist das Einweichen zufriedenstellend fortgeschritten kommen die

Äpfel dran- ich hab Fallobst verwendet und kann euch daher keine genaue Gewichtsangabe geben, 5-6 Stück sind sicher nicht verkehrt. Die Äpfel werden geschält, entkernt, in Stücke geschnitten und direkt in die Brotmasse gegeben. Zur Verfeinerung füge ich noch

60g Rumrosinen und

50g grob gehackte Haselnüsse zu, mische alles gut durch und fülle die Masse in eine gefettete Auflauf-Form. Ab damit in den Backofen- 160° Umluft oder 180° Ober-Unterhitze- die Backzeit richtet sich etwas nach der Höhe der Form, 50-60 min bis die Oberfläche schön appetitlich gebräunt ist und ein unwiderstehlicher Duft durchs Haus zieht.

Am Besten schmeckt der Ofenschlupfer noch etwas lauwarm…. Dies ist mein zweiter Beitrag zum Event „Altbacken“  das ich mit Zora vom Kochtopf ausrichten darf. Bis zum 15. August ist noch Zeit – ich freu mich auf all eure Ideen!

 

 

 

 

 

4 Gedanken zu „Ofenschlupfer de Luxe

  1. Ich bin mit süssen Hauptgerichten grossgeworden, Zwiebackauflauf, Hefeklösse usw., deswegen bin ich dem amerikanischen Bread Pudding sehr zugetan, und mache öfters welchen (auch die nicht-süsse Variante). Und natürlich darf dabei nicht an der guten Butter oder Sahne gespart werden!

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