Das Brot- Chad Robertson

Rezension

Brotbacken, diesem Virus bin ich schon seit einigen Jahren erlegen, einige Bücher zum Thema füllen schmücken bereits die Regale. Bestünde also keine Notwendigkeit mir ein Weiteres zuzulegen- und dennoch, beim Anblick dieses Titels konnte ich nicht widerstehen.

Vor mir liegt ein rechter Wälzer von 304 eher großformatigen Seiten,  was mir gleich angenehm auffällt ist der abwaschbare Einband der sich bei meinem etwas stürmisch geratenen Ausstieg aus 2018 schon bewährt hat….

Beim ersten Durchblättern sehe ich – etliche Seiten bestehen nur aus Fotos auf. Sogleich lese ich mich an den ausführlichst bebilderten Croissants fest- das Rezept ist mit 24 Step-by-step-Fotos ausgestattet, da kann nix mehr schiefgehen.

Ich entschließe mich dennoch irgendwann vorne anzufangen beim Lesen, und erfahre eine Menge über den Werdegang und die Motivation von Chad Robertson, dessen Tartine-Bakery zu einer Institution für gutes handwerklich gebackenes Brot in den USA geworden ist. Während mehrerer Wanderjahre durch Frankreich hat er den Umgang mit naturgezogenem Sauerteig erlernt, er schreibt Einiges zur Geschichte der dortigen Brotbäckerei, den Einzug der Hefe, und den Niedergang der alten Handwerkskunst in unsrer schnellebigen Zeit in der es mehr auf Masse und Geschwindigkeit als auf Qualität ankommt. Glücklicherweise hat er einige Bäcker gefunden die den Umgang mit Sauerteig und den alten, zeitaufwendigeren Methoden pflegen. Und genau diese bringt er uns nahe.

Zunächst erfahren wir wie ein Sauerteig zuhause gezüchtet werden kann, und Grundlegendes zu dessen Verabeitung.

Das erste Rezept, Country Bread, ist Grundlage für viele Abwandlungen- genauso wie wir es aus französischen Bäckereien kennen. Demzufolge wird es ausführlichst mit allen Schritten erklärt und bebildert- und in den weiteren Rezepten verweist Robertson auf die dort erklärten Arbeitsschritte mit der entsprechenden Seitenzahl, was ich als sehr angenehm empfinde.

Neben vielerlei Broten (mit Käse! Mit Oliven! Mit Walnüssen!) finden wir Baguettes, Brioches, Guglhupf und Croissants, das letzte Drittel etwa ist Rezepten zur Brotverwertung gewidmet. Sehr gefällt mir das, es gibt verschiedenste Brotsalate, Aioli, Aufläufe usw.- und zum Schluß noch ein Rezept für meine geliebten Waffeln.

Getestet habe ich bislang Croissants und Baguette, beides Gebäcke zu denen ich kein gutes Verhältnis pflege- und siehe da! Beides vorzüglich gelungen, letztere (wie fast alle Rezepte in dem Buch) ohne Knetmaschine hergestellt!  Ich war skeptisch, wurde überzeugt und werde mich nun langsam nach vorne arbeiten, wie es meine Zeit eben zuläßt.

Mein Fazit: Ein Buch das Brotbacken tatsächlich unkompliziert macht- ich bin überzeugt Jede und Jeder kriegt nach den Anleitungen nicht nur akzeptable sondern hervorragende Brote gebacken- und auch „alten Hasen“ wie mir macht es viel Spaß nach den Rezepten, Bildern und Anleitungen zu werkeln.

Bestimmt wird sich das eine oder andere Brot im Lauf der nächsten Wochen und Monate hier auf diesen Seiten einfinden- je nach Zeit und Muße. Falls ihr nicht inzwischen schon längst selber in der Backstube steht…..

Ich danke dem AT-Verlag für die Überlassung des Rezensions-Exemplars

„Das Brot“ con Chad Robertson

AT-Verlag

ISBN: 978-3-03800-075-4

€ 34 (Stand Januar 2019)

6 Gedanken zu „Das Brot- Chad Robertson

  1. Ahhhh, es scheint, als müsse ich mir dieses Buch genauer anschauen, denn ich bin eigentlich keine Brotbäckerin, aber wenn das einfache Rezepte sind, dann wäre das schon etwas für mich.

  2. Wie schön, dass Chad Robertsons erstes Buch ins Deutsche übersetzt worden ist. Hoffentlich folgen die anderen Tartine-Bücher auch noch. Mein Lieblingsbuch ist „Tartine No. 3“.
    Sind die amerikanischen Mehltypen korrekt auf deutsche Mehle übertragen worden?
    Das Einzige, was ich an seinen Rezepten auszusetzen habe, ist die Menge an Sauerteig, die er bei jedem Auffrischen verwirft. Meinen Tartine-Starter halte ich wesentlich kleiner, bewahre ihn im Kühlschrank auf und füttere ihn nur mehrmals unmittelbar bevor ich ihn benutzen will.

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