Lesefutter #3

Weiter geht’s, mit meinen Eindrücken zu kürzlich gelesenen Büchern.

Nora Roberts: The Liar (Ein Leuchten im Sturm)

(was für eine dämliche Übersetzung für einen Lügner)

Etliche Jahre hab ich die Romane von Nora Roberts links liegengelassen, bis zu einem grippalen Infekt der mich ein paar Tage ins Bett geworfen hatte. Inzwischen hab ich Etliches bereits Bekannte von ihr hervorgeholt, und Etliches Neue entdeckt.
Shelby, Hauptheldin in „The Liar“; findet sich als junge Witwe mit einer kleinen Tochter in Schulden von Millionen Dollars. Und nicht nur dies, es tritt immer mehr zu Tage dass ihr Mann ein Betrüger, Schwindler, Lügner und Schlimmeres war. Sie beginnt sich aus dem Schlamassel herauszuarbeiten, verkauft was immer sich zu Geld machen läßt, zieht zurück zu ihrer Familie und findet dort die Person in sich wieder die sie einmal war, bevor der Lügner sie zu seinem Werkzeug machte.
Ich fand das Buch äußerst fesselnd geschrieben, grade so viel Kriminelles wie ich ertragen kann, garniert mit Sonnenschein, Tennessee-Lokalkolorit, und natürlich einer Liebesgeschichte. Gute Unterhaltung ohne weiteren intellektuellen Anspruch- das Leben ist anstrengend genug…. wer die Roberts gerne liest wird dieses Buch auf alle Fälle mögen.

Mechthild Borrmann: Die andere Hälfte der Hoffnung

Dies war nach „Trümmerkind“ und „Der Geiger“ das dritte Buch von Frau Borrmann, und dasjenige was mit bislang am Besten gefallen hat. Sie verknüpft zwei Grundthemen miteinander- das eine ist der Mädchenhandel aus dem Osten, in diesem Fall Ukraine, das andere die Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl und wie damit in der UdSSR umgegangen wurde. Bindeglied ist die Mutter eines Mädchens das einem Händler-Ring in die Falle gegangen ist. Sie (die Mutter) lebt in der „Entfremdungszone“ (im Jahr 2016), wartet dort auf Nachricht von ihrer Tochter und schreibt die Geschichte ihres Lebens mit Bleistift in ein Schulheftauf. Intelligent, wurde ihr die Möglichkeit zum Studium verwehrt da sie sich nicht gänzlich der vorgeschriebenen Meinung unterwarf. So wurde sie Krankenschwester, ihr Mann arbeitete in Tschernobyl, die Katastrophe nahm ihren Lauf. Die Menschen dort, sie werden derart belogen, hintergangen und weitgehend im Stich gelassen.
Ihre Tochter ist mit einer Freundin auf das Abenteuer Deutschland reingefallen, der Freundin gelingt die Flucht aus den Händen der Zuhälter-Bande und sie findet Unterschlupf auf einem Bauernhof. Ermittlungen zwischen Deutschland und der Ukraine, untermalt mit jedermenge Korruption und Verlogenheit….
Mich hat sowohl die Geschichte um die Reaktor-Katastrophe sehr gepackt- ich war gerade schwanger geworden als die Nachricht- und der radioaktive Regen-über uns hereinbrach- als auch die Geschichte der beiden Mädchen und wie diese beharrllich von einem unkrainischen Ex-Polizisten aufgedröselt wurde.

 

Claudia Winter: Honigmädchen

Ein Buch das mich zum Lächeln gebracht hat und den diesjährigen kalten Frühling ein wenig vergessen ließ…. Camilla ist geschieden, hat eine pubertierende Tochter und den Willen sich in ihrem Job, ihrem Vater, zu beweisen. Dieser allerdings schickt sie in die Provence, zu einem Honiglieferanten- den Sinn der Reise sieht sie überhaupt nicht ein und macht sich dennoch samt ihrer Tochter auf den Weg. Bienen, die unglaubliche Landschaft der Provence, das Leben in einem kleinen Dorf abseits der Touristenströme (gibts sowas überhaupt?) – Frau Winter läßt das alles sehr lebendig werden mit ihrer teils fast poetisch anmutenden Sprache, die mich ein wenig an einen orientalischen Autor erinnert hat. Familiengeschichte, Weltkriegserbe, und teils temperamentvolle Irrungen der Liebe geben eine gute Mischung und einen schönen Unterhaltungsroman.

 

Mehr davon im Bücherstapel

4 Gedanken zu „Lesefutter #3

  1. Deswegen mag ich deinen Blog so: Er ist gut für alle Lebenslagen, also auch für Lesefutter. Danke dafür!

  2. Das Buch „Honigmädchen“ klingt ganz so, als ob ich es mögen würde, ich werde mal Ausschau danach halten. „Leuchten im Sturm“ habe ich bereits gelesen und ich stimme völlig mit dir überein. Vielen Dank für die tollen Lesetipps, für Leseratten wie mich immer super.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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