Lesefutter #5

Weiter geht’s mit meinen Tipps und Eindrücken zu neueren und älteren Büchern:

Das Lächeln der Fortuna von Rebecca Gablé

Auf vielfaches Anraten habe ich es endlich mal mit Rebecca Gablé versucht, historische Romane sind ja durchaus ein Genre in dem ich mich wohlfühle.

Das Lächeln der Fortuna ist der erste Band der Waringham-Saga und beginnt mit der Nachricht vom Tod des alten Earl, die seinen Sohn, gerade mal ein Teenager, im Kloster erreicht. Die Umstände des Todes sind äußerst unerfreulich, er wurde als Verräter hingerichtet und damit sind Titel und alles damit verbundene Vermögen verloren.

Der junge Robert, genannt Robin, macht sich auf den Weg nachhause, flieht trickreich aus dem Kloster, und fängt an als Pferdeknecht im Gestüt das ehemals sein Vater aufgebaut hat zu arbeiten. Durch besondere Fähigkeiten, und weil die Menschen ihm überwiegend wohl gesonnen sind, erlangt er irgendwie doch eine „Ausbildung“ zum Ritter, und wird in den engeren Kreis des Duke of Lancaster aufgenommen.

Finsterstes Mittelalter, der Hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich, die Willkür und Grausamkeit der herrschenden Klasse, Intrigen, wahre geschichtliche Personen und Ereignisse, Frau Gablé verflicht all dies in ihrem Roman und schafft damit eine fesselnde Geschichte.

Ein wenig schwierig empfand ich mit dem Fortschreiten des Romans die vielen vielen Personen und Namen die alle irgendwie miteinander verflochten sind, wer Freund wer Feind ist, wer zu welcher Familie in welchem Verhältnis steht- da hab ich mich gelegentlich am Kopf gekratzt.

Der Schreibstil hat mir überwiegend gut gefallen, so dass ich mich direkt in den zweiten Band der Saga gestürzt habe.

 

The Eyre Affair von Jasper Fforde (Der Fall Jane Eyre)

Hier tat ich mich etwas schwer, nach etwa einem Viertel der Geschichte hatte ich sogar überlegt aufzuhören. Warum?

Nun, es handelt sich um ein sehr fantastisch geprägtes England in dem alle irgendwie fanatische Anhänger verschiedener klassischer Autorinnen und Autoren sind. Zudem spielt der Krim-Krieg eine wichtige Rolle, der seit weit über 100 Jahren mehr oder weniger tobt. Thursday Next, die Heldin der Geschichte, ist ein Literatur-Cop, welche in der Rangfolge der Cops relativ weit unten rangieren. Allerdings ist sie gut, was zu einer temporären Beförderung in eine der höchsten Ränge führt. Ihr Gegner, das personifizierte Böse in Form eines (Halb)Menschen namens Acheron Hades scheint unverwundbar, von hoher Intelligenz und voll unheimlicher Fähigkeiten. Zudem tauchen Menschen auf die die Zeit verschieben und verändern können; Menschen die in Bücher eintauchen und den Verlauf dieser Bücher verändern; ebenso Menschen die aus Büchern in die Wirklichkeit wandern was ihnen meist schlecht bekommt. Am Ende siegt das Gute über das Böse…..

Mein Fazit: Die Handlung besitzt schon Unterhaltungswert, für mich allerdings zu verwickelt, zu viele Menschen mit zu unterschiedlichen Funktionen- und auch etwas zu fantastisch für einen uneingeschränkten Lese-Genuß nach meinem Geschmack.

 

Amy Snow von Tracy Rees (Die Reise der Amy Snow)

Es scheint, ich stecke ein wenig fest in viktorianischer Zeit, so lesetechnisch. Amy Snow ist das Erstlingswerk von Tracy Rees, mit dem sie einen Schreibwettbewerb gewann. Amy Snow wird als neugeborenes Baby im tiefsten Januar-Schnee ausgesetzt, von der achtjährigen Aurelia, Tochter der vornehmen Gutsbesitzer, gefunden und gegen großen Widerstand der Eltern darf das Baby bleiben- allerdings ohne den Eltern, besonders der Mutter, je unter die Augen zu kommen. Die beiden wachsen heran, werden trotz des Alters-Unterschieds große Freundinnen, und es ist ein Drama für Amy als Aurelia mit etwa 24 Jahren einem Herzleiden erliegt. Sie muß sofort das Haus verlassen, und wird, mit Hilfe von Briefen der Toten, auf eine mysteriöse Reise geschickt. Nicht nur genaue Anweisungen über die Dauer ihres jeweiligen Aufenthalts, auch Geld, viel Geld, und eine Truhe voll feinster Kleider warten entlang des Weges auf Amy. Und erst die Menschen denen sie begegnet!

Sie entwickelt Fähigkeiten, lernt ganz verschiedene Arten des sozialen Lebens kennen, und natürlich darf auch die Liebe nicht fehlen. Das große Geheimnis wird am Ende der Reise gelüftet……

Mir hat das Buch sehr viel Spaß gemacht, ein Seelentröster mit nahezu märchenhaften Zügen, ohne wirklich kitschig zu sein. Dazu trägt in hohem Maß die feine Sprache bei, teils witzig, nie übermäßig dramatisch, die Erzählperspektive von Amy und Briefe von Aurelia wechseln sich ab und ich konnte so richtig nachfühlen, den Zorn, die Freude oder Unsicherheit der „Heldin“.

 

Näheres wie immer im Bücherstapel

 

 

13 Gedanken zu „Lesefutter #5

  1. Ich kann es gut nachempfinden, dass manchmal zu viel Geflechte in einem Roman einfach anstrengend sind, da kam mir das dritte Buch in deiner Vorstellungsreihe schon mehr entgegen. Im Sommer darf es ruhig etwas leichter zugehen. Vielen Dank fürs Vorstellen dieser Bücher.
    Liebe Grüße
    Sigrid

  2. „Das Lächeln der Fortuna“ steht bei mir noch ungelesen im Regal, zusammen mit etlichen anderen Büchern, die ich auf Vorrat kaufte, bevor ich mir ein Kindle anschaffte.
    Jetzt stehe ich vor dem Dilemma: zu viele Bücher und zu wenig Platz für Regale, wenn wir bald umziehen 🙄

    1. Puh, und einen Markt für gebrauchte deutsche Bücher wirst du bei dir nicht so leicht finden…. ich spende öfter mal welche. Weil, inzwischen hol ich mir die Bücher überwiegend auf den reader, aus Platzgründen und weil ich das Lesen mit dem Gerät sehr angenehm empfinde.

  3. Nun weiß ich, wo du die ganze Zeit bist! Hinter Büchern vergraben! Aber es klingt auf jeden Fall nach einer sehr erfreulichen Zeit, die du hattest.

  4. Mist, der Urlaub ist vorbei und ich entdecke erst jetzt, dass du Büchertipps gibst! Nun gut, ich hab den Luxus noch zwei weitere freie Wochen zu haben und werde gleich mal stöbern und dann auf der Suche nach Lesefutter in die Bücherei springen :)
    Lg, Miriam

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