Orangen-Mandel-Kuchen

Zeitung lese ich mittlerweile nur noch sporadisch und sehr oberflächlich, mehr als die Überschrift zu den Artikeln ist selten drin. Ausnahme: die Wochenend-Teile, sei es in der Stuttgarter oder noch lieber der Süddeutschen Zeitung- da gibt es herrlich unnütze Dinge zu lesen. Und immer mal wieder blitz ein unschlagbarer Restaurant-Tipp oder taucht ein Rezept auf, im Plauderton erzählt, das den Weg in die Küche findet und einen Platz im ständigen Repertoire erobert. So haben wir schon Rindfleisch zu Tartar gehackt, kleine köstliche Trauben in einer Schiacciata all‘Uva versenkt und letztens den ultimativen Orangenkuchen aus dem Ofen gezogen.

Ein wenig wird über die Herkunft des Rezepts sinniert, sephardische Juden sollen den Kuchen im Mittelmeer-Raum verbreitet haben. Natürlich interessiert mich was “sephardisch“ zu bedeuten hat- eine Stadt in Spanien wurde auf hebräisch so genannt, bereits vor Christi Geburt, wenn meine Quelle recht hat.

Und was hat es nun mit diesem Kuchen auf sich?

Wir nehmen

1 Orange, geben selbige in einen kleinen Topf, bedecken sie mit

Wasser und lassen sie eine gute Stunde weichkochen. Wenn das Gemisch abgekühlt ist, fischen wir die Orange heraus, entfernen den Stielansatz und die Kerne und pürieren die ganze Frucht samt Schale.

Nun kommt die Rührschüssel zum Einsatz,

6 Eier (Größe M) schlagen wir mit

200g Zucker cremig auf.

250g feingemahlene Mandeln (bei mir zuzüglich 1 Bittermandel) mischen wir mit

2 TL Backpulver und rühren dies Gemisch unter die Eimasse. Zum Schluß heben wir das Orangenmus unter.

Die Backform haben wir im Bestfall schon vorbereitet: eine Springform von 24-26 cm (bei mir die quadratische) wird gut gefettet und der Rand mit Backpapier ausgelegt. Dahinein gießen wir den recht flüssigen Teig und ab geht‘s in den Ofen, vorgeheizt auf 175° Ober/Unterhitze. Backzeit ca 60 min, jenachdem, es empfiehlt sich den Kuchen gut zu beobachten. Zu dunkel sollte er nicht werden, aber die Stäbchenprobe sollte sauber ausfallen.

(Ein Perfektionist würde vielleicht die Ränder zurechtschneiden 😉)

Ist der Kuchen dann abgekühlt (auf einem Rost evtl), kommt er auf eine Kuchenplatte und wird mit einer „Wasserganache“ überzogen. Diese Ergänzung ist meiner Fantasie entsprungen, und setzt dem Ganzen das i-Tüfelchen auf.

Hierfür schmelzen wir

2 Ecken dunkle Kuvertüre mit

2 El Wasser (gerne von dem Wasser in dem die Orange gekocht wurde) vorsichtig, so dass die Kuvertüre grade so geschmolzen ist, dann kommen

2 El Butter dazu. Mit diesem Gemisch wird der Kuchen ringsum eingestrichen. Und dann- endlich- kann genossen werden- der Duft der schon seit die Orange auf dem Herd war durch die Wohnung zieht steigert die Vorfreude auf’s Höchste. Über die optischen Unzulänglichkeiten sehen wir großzügig hinweg, der Geschmack entschädigt diese zweifelsohne. Und ich bin froh überhaupt einen Kuchen gebacken und auch noch geschrieben zu kriegen…. anstrengende Zeiten.

12 Gedanken zu „Orangen-Mandel-Kuchen

      1. Ja! ich wollte mit der wunderbaren Mandarinen-Marmelade von Susi «Turbohausfrau» einen Kuchen backen. Die Mandarinen werden (wie bei deiner Orangen-Zubereitung) zuerst als Ganzes gekocht und dann zu Marmelade verarbeitet. Anstelle von Mandeln habe ich feinen Polenta-Griess verwendet, der ein bisschen «Biss» gibt.

  1. Ich wollte in Kürze das Rezept zum besten Orangenkuchen, den meine Mutter zu meinem Geburtstag gebacken hat und der echt sensationell war, behandeln. Jetzt muss ich erstmal den hier testen. Wow!

  2. Sieht lecker aus. Den will ich gern probieren. Sicher ist er besser als ein internetpopuläres Upside-Down Kuchenrezept mit karamellisierten Orangenscheiben, bei dem ich als einzige Kommentatorin fand, er sei nicht geniessbar – und das obwohl ich bittere Orangenmarmelade liebe. Aber mit Schokolade dazu kann eigentlich nichts schiefgehen!

    1. Liebe Karin, eine Ecke Kuvertüre wiegt etwa 50g – ich hab auch schon gemischt, dunkle Schokolade und Kuvertüre. Also mit den 113 g bist du sicher gut bedient 😉

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