Matjes-Salat frei nach Siebeck

Hering, dieser Allerweltsfisch, ist aus der Küche Mittel- und Nordeuropas kaum wegzudenken. „Could we have kippers for breakfast?“ singen Supertramp – Kippers sind geräucherte Heringe die in England gerne zum Frühstück serviert werden. „If I see another herring for breakfast“ sagt Claire Randall im ersten Band ihrer Outlander-Saga, wird sie der Hauswirtin der Flitterwochen-Pension etwas antun. Während der französischen Revolution wurden die Gefangenen, so auch Josephine de Beauharnais, mit Salzheringen ernährt, mit denen Dänemark seine Kriegsschulden bei Frankreich bezahlte.

Während meiner Kinderzeit, ich war nicht als Fisch-Liebhaberin bekannt, gab es gelegentlich Bückling, vom Vater für’s Sonntagsfrühstück fein zerlegt, – annehmbar, und zu Heiligabend einen Heringssalat, den ich niemals nicht gegessen hatte- gesellte sich doch zum Matjes der mir eh immer zu salzig war auch noch jedemenge roter Bete.

Inzwischen hat sich mein Verhältnis zu Fisch deutlich gebessert, auch die Salz-Empfindlichkeit ging mit zunehmendem Alter zurück, und so konnte es geschehen dass ein Rezept für Heringssalat mit dem Untertitel „Aufstieg in die Oberliga“ meine Experimentierfreude angesprochen hat.

Allerdings- gleich beim ersten Anlauf konnte ich statt der im Rezept vorgesehenen Bismarckhering-Filets nur Matjes ergattern- Fisch ist auf der schwäbischen Alb nicht so leicht zu finden.

Etwas Vorbereitung bedarf der Salat-

1 mittelkleine rote Bete wird in Salzwasser weichgekocht, ebenso

4 Kartoffeln mit Schale– vorwiegend festkochende sind am besten geeignet. Da wir ja alle zu einer energie-sparenden Lebensweise aufgerufen sind koche ich beides im selben Topf und stelle fest- die rote Farbe hält sich von den Kartoffeln fern, wieder was gelernt. Wer mag pochiert noch

1 kleines Kalbsschnitzel, das habe ich auch schon durch

fein geschnittenen Kalbsfleischkäse, ca 50g, ersetzt was uns genauso gut schmeckt.

In die bereitgestellte Schüssel kommen nun:

4 Matjesfilets, in Stücke geschnitten

die geschälten Kartoffeln und rote Bete, in Würfel geschnitten,

das Kalbfleisch, falls gewünscht, oder die Alternative, fein geschnitten,

1 Apfel, nicht zu sauer, fein gewürfelt

etwas fein geschnittene Gewürzgurke (bei uns maximal 1/2, es dürfen aber auch mehr sein- wer’s mag und verträgt),

12 grob gehackte Walnüsse

Zu diesem Zeitpunkt darf das Ganze mit

frisch gemahlenem Pfeffer gewürzt und gut vermischt werden.

Für die feine leichte Mayonnaise kommt

1 frisches Ei

Saft von 1 Zitrone

1/2 Tl Senf in den Mixbecher und wird entweder von Hand mit Schneebesen oder mit dem Handrührgerät auf maximal mittlerer Stufe gut verschlagen.

Nach und nach kommen

ca 100 ml Öl hinzu- Herr Siebeck nimmt eine Mischung aus Oliven- und Sonnenblumenöl; ich verwende Raps- und Walnußöl, fleißig unterrühren bis eine schöne eher flüssige Emulsion entsteht. Gewürzt wird diese mit

Zucker, Salz, Cayenne-Pfeffer– unbedingt probieren und gut abschmecken, damit die Säure nicht überwiegt.

Über den Salat gegossen, nochmals durchmischt, wobei die Sauce im Gegensatz zu den Kartoffeln errötet, kann der Salat sofort genossen werden. Ich brauch nicht einmal eine Scheibe Brot dazu, es spricht natürlich nichts dagegen.

Der Song zum Thema, oben schon erwähnt, und ein Glas Sekt- so wird der Genuß perfekt. Und Herr Siebeck erweist sich einmal mehr als beste Inspirationsquelle- zu gerne möchte ich seine „alle meine Rezepte“ einmal meiner Bibliothek hinzufügen.

10 Gedanken zu „Matjes-Salat frei nach Siebeck

  1. Erstaunlich finde ich ja, dass die Erdäpfel nicht rot werden durch die Rote Rübe. Sonst klingt der Salat natürlich gut. Der Sebeck kann schon was und du mit deiner Interpretation machst das auch gut.

    1. Ja, früher hatte ich zu jedem Beitrag Musik 🎶 seit Corona reicht die Energie nur noch gelegentlich. Und der Salat ist jedenfalls probierenswert, auch wenn Matjes zu den histaminreicheren gehört

      1. Siehste, witzig. Dann führe ich, bislang unwissend, Deine Tradition ja fort. :)

        Was den Salat betrifft: Maria müsste da passen. Aber ich als Ostfriese esse Matjes von Zeit zu Zeit ja sehr gern. Nationalgericht oder so :)

        Ganz liebe Grüße

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