Jerusalem Babka

Babka, so heißt die Luxus-Variante des Hefekranzes und sie kommt, wie der Titel schon ahnen läßt, aus dem jüdischen Kulturkreis. Genauer gesagt aus dem osteuropäischen jüdischen Kulturkreis, vokn dort wanderte sie aus, sowohl nach Israel wie in die USA. Und nachdem sich der berühmte Herr Ottolenghi der Babka angenommen und ein Rezept in einem seiner Kochbücher veröffentlich hat, breitet sich die Babka überall dort aus wo er gelesen wird, völlig zu recht. Einen besseren Hefekranz hab ich selten gegessen.

Durch die Zugabe von Mandelmehl in den Teig qualifiziert sich meine Variante sogar für den aktuellen Bread-Baking-Day.

BBD

 

Zorra sucht Backwerke mit Spezialmehlen. Nachdem ich schon dachte ich kriegte im wahrsten Sinne des Wortes nix gebacken, klappt es nun doch noch, drei freie Tage am Stück mit Wetter das das Wohnmobil-Fahren unattraktiv macht haben dafür gesorgt.

 

 

 

 

 

 

Man nehme

100g Mehl Typ 550

100g Wasser

3g Trockenhefe

verrühre dies und lasse stehen bis sich die Masse mindestens verdoppelt hat.

Sodann gebe man hinzu

90g Zucker

abgeriebene Schale einer Zitrone

3 Eier

60g Mandelmehl

370g Mehl Typ 550

30g Wasser

1/2Tl Vanillezucker

1 EL Lievito Madre

0,5g Trockenhefe

und verknete dies Alles bis es grade so zusammenhält. Nach einer Ruhezeit von ungefähr einer halben Stunde knete man peu a peu

150g weiche Butter

unter, so lange bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Diesen Teig lasse man nun aufgehen, bis er sich in etwa verdoppelt hat, dies mag 1-2 Stunden dauern.

In der Zwischenzeit bereite man die Füllung vor, hierfür schmelze man gerade so

130g dunkle Schokolade mit

120g Butter und füge dem

100g geröstete gehackte Haselnüsse

30g Kakaopulver

1/2Tl Zimt

abgeriebene Schale einer Orange

30g braunen Zucker hinzu.

Ist der Teig zur Genüge aufgegangen Rolle man diesen auf der bemehlten Arbeitsfläche aus, ziemlich groß in meinem Fall, so 80×25 cm, bei Verwendung von zwei Kastenformen möge man 2 Platten von ca 40x25cm formen. Die Füllung wird gleichmäßig auf dem Teig verteilt, dieser wird aufgerollt, der Länge nach in der Mitte auseinandergeschnitten, die beiden Stränge umeinandergeschlungen wird das Gebilde in die Backform verfrachtet um dort nochmals für ungefähr eine Stunde aufzugehen.

Gebacken wird bei 170 Heißluft ungefähr 30 min, sofort wenn die Babka aus dem Ofen kommt wird sie mit dem zwischenzeitlich aus

90g braunem Zucker

50g Orangensaft, frisch gepresst

50 g Wasser

gekochten Sirup übergossen.

Theoretisch sollte die Babka nun eine gewisse Zeit ruhen, das war leider unmöglich da die Zeit für einen Nachmittagskuchen schon längstens überschritten war und so dürften wir diese Herrlichkeit alsogleich kosten.

Noch ein paar Worte zum Mandelmehl-Anteil: dieses Mehl aus gemahlenen meist entölten Mandeln verändert in größeren Mengen die Backeigenschaften, gerade bei Hefeteigen. Für so ein luftiges Gebilde wie diese Babka sind 10-15% grade recht, ansonsten würde der Teig zu schwer werden. Ein Rührteig mit vielen Eiern verkraftet mehr davon, beispielsweise Marmorkuchen gewinnt eine neue geschmackliche Dimension durch ordentlich Mandelmehl, ohne dass die Konsistenz leidet.

Und nun, nachdem ich diesen Post ja doch noch fertig habe, bis auf ein paar äußerliche Kleinigkeiten die auf dem i- pad schwer zu korrigieren sind genehmige ich mir ein zweites Frühstück, mit, ihr ahnt es schon, einem schönen Stück schokoladig-nussiger Babka.

 

 

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15 Gedanken zu „Jerusalem Babka

  1. Oh ich bin ganz deiner Meinung: Die Babka verbreitet sich mit vollem Recht durch die ganze Welt. So etwas leckeres! Ich habe auch schon vor einer Weile darüber mal gebloggt und hätte jetzt große Lust auf ein schönes Stück davon. 🙂
    Übrigens: Dein Paket ist angekommen. Danke schön! 🙂
    Liebe Grüße, Becky

    Gefällt 1 Person

    1. Viel Freude mit dem Inhalt- und ja, die Babka ist durchaus verbreutungswürdig. Wobei, in einem schwäbischen Backbuch gibt es einen schwäbischen Kranz mit Nuß-Marzipan-Füllung und derselben Schling-Technik wie die Babka. Also hat sie ihre Weltreise schon fr5üher angetreteten…

      Gefällt mir

      1. Das ist ja sowieso oft so: Viele sehr ähnliche Gerichte und Gebäcke sind schon länger verbreitet, heißen nur oft ein bisschen anders. Die Babka gibt es ja auch schon ewig lange in vielen Bereichen der Erde, weil sie mit jüdischen Auswanderern mitgereist ist. 🙂
        Es ist echt spannend, Gerichte historisch zu verfolgen, finde ich!

        Gefällt 1 Person

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