Seele mit Kick

Kommt es bei euch auch vor dass sich im Kühlschrank ein Stück Käse so lange gut versteckt bis es, die einfache Genußreife deutlich überschritten, plötzlich wieder auftaucht? Hier so geschehen mit einer Ecke Brie-Käse, geschmacklich nicht ganz überzeugend zog sie sich folglich beleidigt in die hinteren Regionen des Kühlschranks zurück.

Was tun also mit diesem Ding? Brot backen war sowieso angesagt, ich nahm ein Standarwerk* zur Hand, meinte dort etwas von „Käsebrot“ gelesen zu haben, ließ mich inspirieren.

Und ging ans Werk: Aus

60g LM

60g Dickkopfweizenmehl, Typ 550

60g Wasser rührte ich Vorteig Nr 1.

10g Roggen-Anstellgut

45g Roggenschrot

45g Wasser ergaben, ebenso verrührt, Vorteig Nr 2.

Beide Vorteige durften für gute 3 Stunden in der Wärmeschublade Platz nehmen, bis sie eine deutliche Entwicklung zeigten.

In einer großen Schüssel löste ich sodann die beiden Vorteige in

670g Wasser auf, fügte hinzu

50g Altbrot, gerieben

150g Emmermehl Typ 1200

150g Ruchmehl aus Weizen

50g Roggenschrot

600g Dickkopfweizenmehl Typ 550 und verrührte alles mit Hilfe eines stabilen Löffels solange bis alle Mehlnester verschwunden waren. Während der anschließenden Ruhephase von 30 min löste ich

20g Salz in

50g Wasser weitgehend auf und knetete dies, ab jetzt mit den Händen, nach der Ruhephase unter den Teig.

Es schlossen sich an:

Ruhephase – 30 min, falten und strecken (Hände nassmachen!) mit zweimaliger Wiederholung. Nach nochmaliger etwas kürzerer Ruhephase teilte ich den Teig in zwei etwa gleich schwere Teile, wovon der eine direkt zur kühlen Nachtruhe (um 10°) gestellt wurde.

Der zweite Teil wurde angereichert mit

50g Brie (kräftig im Geschmack, fein gewürfelt)

50g Kürbiskernen; beides habe ich einfach beim letzten Falt-Streck-Vorgang untergezogen. Nun durfte dieser Teig sich der kühlen Nachtruhe anschließen.

Am nächsten Morgen ließ ich den Teig eine ganze Weile akklimatisieren, bestimmt 2,5 Stunden, und formte den Teig ohne Einlage zu einem einfachen Brot.

Den Teig mit der Brie-Einlage habe ich  auf die bemehlte Arbeitsfläche gekippt, ein wenig entspannen lassen, Teiglinge- der Länge nach- von etwa 130-150g – abgestochen und – leicht in die Länge gezogen- auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech bugsiert.  In der Wärme durften diese noch etwa eine Stunde aufgehen, bevor sie sich in den vorgeheizten Ofen begaben. Gebacken hab ich bei 230°; 10 min mit Dampfzugabe „stark“; dann noch 12 min ohne Dampf.

Geschmack- umwerfend, Kruste-knusprig, Krume- grobporig wie bei Seelen erwünscht- ein äußerst gelungenes Experiment, der erste Versucher wurde einfach so, ohne jeglichen Belag oder Ähnliches, weggeknuspert.

 

Soul….mit Kick

 

*Das Brot von Chad Robertson; näheres im Bücherstapel

 

4 Gedanken zu „Seele mit Kick

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